Sonntag, 21. März 2010

Die Arbeit der letzten zwei Monate





























Gerade bin ich ein bisschen im Schreibfluss drin. Am 18.01. ging es also wieder los. Hab mich voll gefreut auf meine Gruppe. War gespannt, wie es denn sein würde, denn ich wusste ein paar wenige (ich dachte wenige) Kinder würde in die größere Gruppe gewechselt haben und es werden ein paar Neue da sein. Als ich in die Gruppe kam, hat mich dann bisschen der Schlag getroffen. Fast die Hälfte meiner Gruppe (teilweise gerade 2 ½) haben in die größere Gruppe gewechselt und von den Kleineren, war fast keiner mehr da. Dafür gab es ganz viele neue Kinder, die meisten gerade mal 1 ½ und jünger. Sogar ein kleines Baby von noch nicht mal 2 Monaten war dabei. Ich habe mich jedoch relativ schnell wieder an die Kinder und meinen (neuen) Alltag gewöhnt. Die neuen Kleinen sind genauso süß wie die alten und dadurch, dass mehr Kinder zum Füttern da waren, hatte ich sogar mehr zu tun. Bis auf das Füttern war der Alltag jedoch noch der gleiche wie vorher.
Erst gegen Ende Januar änderte sich die ersten Dinge. Zum einen haben wie einen Stundenplan für die Baby-Gruppen entworfen, indem jetzt eine Draußen-Spielzeit fest verankert ist. Das zweite war, dass wir begonnen haben mit den großen Kindern (also aus der Vorschulklasse) in Khayelitsha ins Schwimmbad zu gehen und ihnen schwimmen beizubringen. Die letzte Veränderung war, dass Ende Januar drei neue Freiwillige angekommen sind. Die beiden Mädels – Jenni und Julia – leben in einer Gastfamilie in Khayelitsha und Tom lebt mit Lakeside. Da Jenni und Julia, die beiden in dem Kindergarten ihrer Gastmutter hätten arbeiten sollen, nicht 24 Stunden/7Tage die Woche aufeinander hängen wollten, wurde es letztlich so arrangiert, dass Tom und Jenni zusammen arbeiten und Julia mit in unseren Kindergarten, in meine Gruppe, kam. Damit hat sich das Arbeitspensum für mich wieder verringert, aber sie hilft z.B. beim Rausgehen. Inzwischen hat sich auch schon wieder alles wieder eingependelt. Anfangs war ich auch echt begeistert, dass noch jemand in meiner Gruppe ist und mir hilft, aber mit der Zeit hab ich mir gewünscht, doch wieder alleine zu sein. Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Die Kinder freuen sich sicherlich darüber, dass sie zweite Leute haben, die sich um sie kümmern und mit ihnen spielen. Ich hab manchmal ein kleines Problem damit, dass ich das Gefühl habe, dass Julia halt vor allem Dingen mit ihren Lieblingskindern spielt. An sich wäre das ja nicht so das Problem, wäre da nicht, dass viele von ihren Lieblingskindern auch meine Lieblingskinder sind und ich dadurch weniger zum Spielen mit ihnen komme. Ich bin es eben inzwischen gewöhnt gewesen, dass ich halt mit den Kindern spiele und sie meistens zu mir kommen. Und für mich ist die Umstellung schwer gewesen. Inzwischen geht es schon wieder, aber zugegebenermaßen ist teilweise noch ein bisschen Eifersucht dabei. Julia an sich ist aber eine Nette (nebenbei hat sie unsere Ostmannschaft von 2 auf 3 Mann verstärkt), aber hat teilweise einen schwierigen Charakter. Für mich ist es nicht immer leicht mit ihr umzugehen, weil wir grundverschieden sind. Aber so ist das Leben und wir kommen gut miteinander zurecht.

Derzeit kommen immer mal wieder neue Kinder dazu oder es wechseln noch welche. Hab aber meine neue Gruppe echt lieb gewonnen. Ich finds auch gut, ein bisschen mehr mal mit den Größeren zu tun zu haben. Wir haben auch viele neue Mamas dazu bekommen.
Ein sehr lustiges Ereignis was ganz am Anfang. Wir kamen in den Kindergarten und haben auf einmal bemerkt, dass die eine Mama – die Vorschulklassenlehrerin – schwanger ist. Also haben wir gefragt, in welchen Monat. Sie war schon im 5. Monat und wir haben davor nichts bemerkt. Jetzt soll das Kind am 26. März (da ist jedenfalls Termin) kommen und die Mama arbeitet immer noch. Schon was beachtliches und in Deutschland nie machbar.

Um jetzt noch kurz was hinzuzufügen. Hatte ja geschrieben, dass ich bis ich in Kayamandi war noch nie im Township rumgelaufen bin. Inzwischen gehen wir jeden Morgen und meistens auch mittags von der Schule bis zu unserem Kindergarten (eine Straßenecke). Außerdem laufen wir (zusammen mit der Mama oder auch alleine – also zu 2-4) zum Schwimmbad (Freibad). Es ist also auf jeden Fall nicht so, dass in Khayelitsha an jeder Ecke irgendwas passiert. Bei uns ist bisher im Township (im Gegensatz zu zu Hause) noch überhaupt nichts passiert. Die Leute, denen wir begegnen, sind meistens super freundlich und finden es toll, was wir machen. Ich finde es jedenfalls immer wieder toll, im Kindergarten zu arbeiten, in Khayelitsha rumzulaufen und mit den Leuten zu reden. Ich würde gerne noch viel mehr über deren Kultur und Traditionen lernen und finde es einfach nur super interessant.

Inzwischen haben wir auch mehr Arbeit zu Hause. Wir müssen seit März monatlich einen Bericht auf Deutsch über unseren Kindergarten schreiben. Außerdem haben wir jetzt regelmäßig Meetings mit allen Freiwilligen oder nur im Haus. Tobias, unser Massage-Leiter, hat jetzt die Verantwortung für uns übernommen, da es mit John, dem eigentlichen Koordinator, ja nicht mehr wirklich geklappt hat. Ist auf jeden Fall besser und Tobi ist auch immer erreichbar und wirklich für einen da.

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