





Diese Station hat sich auch einfach reingeschlichen. Theoretisch wollte ich noch einen Stopp in Robertson einlegen und dann nach Hause. Doch als ich Robertson ankam, war er einerseits noch relativ früh und andererseits hatte ich die letzten Tage über mit Tina (dem Mädels aus East London) geschrieben und entschieden, sie besuchen zu fahren. Also fuhr ich letztlich bis nach Stellenbosch, wo ich von Tina abgeholt wurde. Als erstes gab es einen kostenlosen Stadtrundgang durch das wirklich superschöne Städtchen. Stellenbosch ist eine der ältesten Städte Südafrikas – ich glaub nach Cape Town die zweitälteste. Außerdem ist die Umgebung bekannt für ihre Weinhänge. Die Stadt an sich hat wenig afrikanisches an sich, sondern ist sehr von der Dutch-Kultur geprägt, wobei der Großteil der Stadt vom Uni-Campus eingenommen wird. Es gibt sehr viele Häuser mit schönen kleinen Hinterhöfen, indem sich oft Cafés verbürgen. Leider war, wie üblicherweise am Sonntag-Nachmittag, vieles geschlossen. Am Ende haben wir aber noch ein hübsches Café gefunden, in dem wir Kaffee getrunken und Kuchen gegessen haben. Super lecker.
Anschließend ging es dann nach Kayamandi, dem Township, in dem Tina gearbeitet hat. Schon auf den ersten Blick sieht es völlig anders aus. Aber auch das Leben ist völlig anders. Dazu aber gleich mehr.
Wir fuhren zu der Gastfamilie, bei der Tina gewohnt hat. Dort gab es ein leckeres (typisches) Abendbrot mit Reis, Hühnchen, Kürbis, … Am Abend kam uns dann auch noch Lindele besuchen. Eigentlich hatten wir vorgehabt, weg zu gehen, aber mit fortgeschrittener Zeit hatten wir uns dann dagegen entschieden. Lindele blieb bis irgendwann nachts und hat Musik gehört, während wir beide schon geschlafen haben.
Am nächsten Morgen musste Tina wieder arbeiten und ich habe sie begleitet. Jeder Tag beginnt bei ihnen mit einer Team-Sitzung, in dem alles Wichtige besprochen wird. Wir sollten zuerst nach Unakho gehen, der Behindert-Crèche, die Tina mit aufgebaut hat und die theoretisch hätte an dem Tag öffnen sollen. In Südafrika ticken die Uhren aber nun mal anders. Es waren weder Mamas noch Kinder da. Stattdessen hat mich Tina ein bisschen rumgeführt. Schon dass wäre in Khayelitsha undenkbar. Einfach nur zu zweit (ok zwei weiße Mädels) überall durch das Township zu laufen. Aber war cool.
Wieder zurück in der Hauptstation, wurde uns die Aufgabe übertragen, in die verschiedenen Crèches, die im Township verteilt sind, zu gehen, zu schauen, ob sie schon wieder geöffnet sind und zu fragen, ob noch irgendwas gebraucht wird. Also ging es wieder los. Die gesamte Tour war teilweise ziemlich anstrengend. Kayamandi liegt auf einem Hügel, so dass man oft bergauf laufen musste, und das bei brütender Hitze. Aber mei … unsere Tour führte uns selbst durch das Shack-Viertel und durch die anderen Teile Kayamandis. Ich fands extrem interessant und cool durch ein Township zu laufen, da ich das bis dahin überhaupt noch nicht kannte.
Irgendwann gegen frühen Nachmittag kam eine weitere Freiwillige an. Michaela ist um 40 und aus England und hat für einen Monat als Volunteer bei Prechorus gearbeitet. Tinas erste Aufgabe war es, sie ein bisschen rumzuführen. Also ging es für mich an diesem Tag zum dritten Mal auf Tour durch das Township. So dass ich jetzt sagen kann, wirklich vieles in Kayamandi gesehen zu haben.
Nachdem der Arbeitstag dann beendet war, ging es erstmal zurück zu Mama Zulu (der Gastfamilie, die nicht Zulus, sondern Xhosas waren). Anschließend machten Michaela, Tina und ich mich auf zur Berry-Farm. Dort haben wir einen Scone (wer schon mal in England war, könnte diese Teile kennen. Sehen bisschen aus wie Muffins, bloß größer und nicht süß) mit selbsthergestellter Marmelade gegessen. Super lecker.
Nach einem anschließenden Besuch im Internet-Café habe ich mich gegen 5 Uhr dann auf die letzten 50 km meines Urlaubs gemacht.
Zu Hause war dann auch schon Hanna, die schon wieder aus dem Urlaub da war. Wir haben uns bisschen erzählt, was wir so gemacht haben. Leider wirkte das ganze Gespräch etwas gezwungen auf mich, so dass ich schon am ersten Abend mich wieder in den Urlaub zurück gesehnt habe. Am nächsten Tag kam dann auch die zweite Beetle-Fraktion wieder. Sie hatten einen sehr abenteuerliche Reise hinter sich, die mit 2 kaputten Autos endete.
Theoretisch wäre offiziell am 11.01. unser erster Arbeitstag gewesen. Doch uns wurde im Voraus ja gesagt, dass wir unseren Urlaub bis Februar expandieren dürfen. Zumal während dieser Woche das Centre noch geschlossen hatte und niemand zu erreichen war. Dementsprechend hatten wir noch die gesamte weitere Woche frei. Deswegen ging der Urlaub doch noch etwas länger.

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