Erstmal Entschuldigung Leute, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Es ist nicht so, dass nichts passiert, aber ich hatte einfach keine Lust und keinen Nerv irgendwie was am Computer zu verfassen. Deswegen mussten diejenigen unter euch, die mit mir nicht im Mail oder sonstigem Kontakt stehen, leider bis heute warten. (ihr dürft mich übrigens jederzeit anschreiben – für die, die Mail-Adresse haben, per Mail, für die Forumser unter euch auch per PN, schau regelmäßig nach ;-) )
So und nun zum Wesentlichen. Viel Spaß beim Lesen – ist etwas länger geworden.
Ich beginne mal mit meinem bisherigen Xhosa-Unterricht, da ich damit ja aufgehört hatte.
Die erste Stunde am 08.10. verlief etwas komisch. Wir haben eigentlich nur ein paar Wörter und Sätze, die brauchen (könnten), vorgesetzt bekommen, aber nichts irgendwie zum Hintergrund erfahren. So haben wir ihr das auch gesagt. Nach einer langen Diskussion untereinander, wurde dann auch beschlossen, dass wir die Sprache von Grund auf (also die Basics) lernen wollen. Außerdem haben wir uns dafür entschieden, zweimal pro Woche Unterricht zu machen (Montags und Donnerstags). Die nächsten Stunden waren dann schon viel besser. Beim ersten Mal hab ich zwar gar nichts verstanden (ist auch relativ schwer), aber inzwischen kann man schon mal ein paar wenige Sätze allein aufstellen. An sich macht es auch echt Spaß, man müsste aber die zeit (und auch die Lust) finden, sich abends hinzusetzen und noch mal alles durchzugehen. Dann würde man wahrscheinlich noch mehr verstehen. Hab es mir aber spätestens für das Wochenende vorgenommen.
Die Wochen verlaufen hier immer relativ gleich. Morgens fahren wir zur Arbeit, dort sind wir bis ca. 14.30 Uhr und dann werden wir entweder ins Centre oder nach Haus gebracht. Bisher war es so, dass wir einen Transporter für 14 Leute hatten, der eine Fuhre um 7 Uhr abgeholt hat und eine gegen 9 Uhr. (Ich war seit ich in Noluthando bin, glücklicherweise in der ersten. Da kam man nämlich dementsprechend auch früher heim) Seit Montag hat sich da jetzt was geändert. Niki (aus meinem Haus) und Jonas & Mario (Lakeside) haben sich jeweils ein Auto geholt und fahren jetzt selbst. In Lakeside arbeiten 5 Leute in der Schule und 2 bei mir im Kindergarten (eine Querstraße von der Schule entfernt). Bei uns arbeiten 2 in meinem Kindergarten (wer hätte da gedacht, unter anderem Ich ;-) ) und 2 in der Schule. Außerdem noch eine (Fayette) für die Schule aus Plumstead. Wir und Fayette fahren mit Nikis Auto. Die restlichen Leute werden jetzt mit dem Transporter gefahren. Dadurch fahren wir jetzt alle gegen 7 Uhr los und sind relativ früh zu Hause, so dass man danach auch noch was machen kann. (Geschäfte machen doch schon 6 Uhr zu…)
Auf Arbeit hat sich auch nicht viel geändert. Wobei unser drittkleinster läuft jetzt und hat den ersten Schritt allein auf mich zugemacht. Voll süß wie er jetzt rumtapst … Ansonsten die Größeren (als die drei kleinsten) essen jetzt, bis auf unseren Neuankömmling, allein. Hab also nichts mehr zu tun mit Füttern, jedenfalls beim Mittagessen nicht. Es ist immer noch schwierig irgendwas mit den Kiddies zu machen oder sie einfach mal raus zu kriegen (auf Grund der fehlenden Erlaubnis der Erzieher). Aber da bin ich noch dran das zu ändern. So spiele ich während der Freizeit weiterhin Klettergerüst und ärgere die Kleinen bisschen. Sie fahren voll darauf ab, wenn man sie kitzelt oder hochhebt ;-)
Mehr passiert eigentlich nicht. Montags, Donnerstags und Freitags werden wir dann anschließend ins Centre gefahren. Montag und Donnerstag eben wegen der Xhosa-Stunden und am Freitag haben wir Craft (Handarbeit). Die Kids freuen sich total über die Bälle, die wir bisher gemacht haben. Mit den Decken und Kissen, haben sie bei mir bisher noch nicht so viel anfangen können, außer, dass man die Kissen auch zum Fußball spielen benutzen kann. Aber bin gerade dabei die ein bisschen einzuführen.
Die Nachmittage verbringe ich meistens zu Hause ohne irgendwas besonderes zu machen. Musik hören oder Lesen meistens … oder „Scrubs“ (wer es nicht kennt – eine Arztserie aus den USA, von denen Paul die 5 Staffeln mit hat und jetzt hier jeder schaut) schauen. Einmal war ich in Claremont – ist aber nicht so cool Es gibt mehrere große Malls, aber eher teurere Klamotten. Der Stadtteil gehört aber auch bisschen zu den besseren (wobei es nicht so aussah um den Bahnhof .. ) Aber war trotzdem wenigstens mal was ;-)
An den Wochenende passiert dann schon mehr. Deswegen erzähle ich lieber darüber.
Das Wochenende vom 10-12.10. begann mit Hannas Geburtstagsfeier am Freitag. Unsere ganzen Freiwilligen, plus die Freiwilligen aus dem Camp Hill West Coast, Baphumelele und Stellenbosch Waldorf Shool waren hier. Ergänzt durch zwei Namibianerinnen, die Niki und Leo im Zug aufgegabelt haben und unserer Studentin+Freund – also ingesamt so ca. 50 Leute. Die Party an sich war ganz schön- Es wurde viel gelacht, viel geredet, viel getrunken (natürlich nicht von mir :-D jedenfalls war ich eine der wenigen, die nicht besoffen oder stark angetrunken waren) und ein bisschen getanzt. War also echt nett. Das ganze ging für mich bis 5 Uhr. Da waren die meisten anderen schon gegangen, bloß unsere 2 Gäste aus Namibia mussten noch auf dem ersten (sicheren) Zug warten, der erst gegen 6 Uhr fährt (wenn es hell ist … der erste wäre gegen 5 Uhr gefahren). War einfach müde. Nach dem Aufstehen war das Hausputz und Schadensbegutachtung dran. Ich schreibe jetzt nicht, was alles fehlt oder kaputt gegangen ist – würde sonst zu lang dauern und es würde ein falsches Bild von uns entstehen. ;-) Der Putz hat den ganzen Vormittag über gedauert (hmmm .. nebenbei ..die 5 Müllsäcke mit Flaschen stehen immer noch im Garten .. )
Den Nachmittag über ging es mir dann immer schlechter. Das Kino, wo wir eigentlich hingehen wollte, wurde auf Sonntag verschoben und ich lag den restlichen tag nur auf Couch bzw. im Bett. Beim Fieber messen kam dann raus, dass ich wieder mal über 39° Fieber hatte und ich krank war. Das ganze hielt sich auch bis Dienstag hartnäckig. Also fiel das Kino am Sonntag aus. Hat mich da etwas angenervt, weil ich schon als ich mir das letzte Mal was vorgenommen hatte (der Fußballspiel Deutschland-Südafrika) krank war und jetzt wieder. Wollte eigentlich endlich „My sister´s keeper“ (Beim Leben meiner Schwester) schauen, weil ich auf den Film schon seit ich weiß, dass er rauskommt, gewartet habe. Aber nichts wars …. Damit war das Wochenende auch schon vorbei.
Am darauffolgenden hatte ich mir viel vorgenommen. Eigentlich sollte an dem Freitag Abend Braai (Grillen) mit Helen, Rhonda, John und allen „wichtigen“ Leuten hier statt finden, aber es kam leider etwas dazwischen. Deswegen war ich den Abend aber daheim.
Am Samstag Morgen habe ich mich allein auf dem Weg in die City gemacht. Wollte ein bisschen was besorgen, damit manche Leute ihr Geburtstagsgeschenk rechtzeitig bekommen (hiermit mal Grüße an Johanna ;-) ) und auch so noch bisschen was. Dafür war ich zuerst auf der Long Street im Pan African sowie dem African Women Market. Beides sind Häuser, in denen sehr viele (ca. 50) Stände sind, an denen man typische afrikanische und südafrikanische Dinge kaufen kann. Es gibt sehr viel schönes Zeug, aber natürlich auch viel Schrott (irgendwie). Muss man echt aufpassen. Das coole ist, dass die Preise verhandelbar sind und man gleiche Dinge einen Stand weiter, dann eben günstiger bekommt. Je nach dem wer schneller ist.
Nachdem das erledigt war, bin ich weiter. Theoretisch wollte ich mir die National Library anschauen. Leider war sie geschlossen und hat nur während der Woche geöffnet. Deswegen bin ich in die „Companys Gardens“ gegangen, die sich direkt hinter dem Gebäude der Library befinden. Ist echt schön da, war aber nur ganz kurz drin und bin dann weiter. Da die St. Georges Cathedral auch zu hatte, bin ich auf der Long Street weiter Richtung Waterfront gelaufen. Dabei habe ich entdeckt, dass ganz am Ende der Straße sich die „Deutsche evangelische Lutherkirche“ befindet. Fand ich echt lustig, aber auch irgendwie cool. An der Waterfront angekommen, bin ich erstmal zum Green Point Stadium (das WM-Stadion für nächstes Jahr) gelaufen. Auf dem Weg dahin hab ich einen riesigen Musikladen entdeckt und insgesamt ist die Waterfront echt schön. Am Stadion hab ich ein paar Fotos geschossen, konnte aber leider nicht wirklich nah ran, da alles noch eine einzige große Baustelle ist. Es ist noch nichts fertig, aber sieht schon relativ weit aus. Bin ja gespannt ob alles wirklich fertig wird. Als ich mit den Fotos fertig war, bin ich dann wirklich direkt am Wasser lang gelaufen. Cool waren die afrikanischen Tänzer, sowie die eine Musikgruppe aus Cello (wie eine Gitarre gespielt und nur mit 3 Saiten), Saxophon, Akkordeon, Trommel und Tamburin. Was lustig, aber komisch war, waren die drei Oktoberfest-Biergärten, allen voraus der Paulaner München Biergarten. Ich wusste, dass dort Oktober-Fest ist und wollte mir das anschauen, deswegen war ich u.a. an der Waterfront. Hab aber nur mal kurz bei dem einem vorbeigeschaut und die anderen von außen gesehen, fand nicht so cool, was ich gesehen hab. „Schlimm“ waren die 10 Bayern, die mir entgegen kamen – schön in Lederhosen und Dirndl und mit richtig schlimm bayrischen Akzent. Aber ok, das musst erwarten. (Es gibt hier eben extrem viele Deutsche. Deutsch ist auch die viertmeist gesprochene Sprache in Kapstadt) Anschließend ging es nach Hause. Dort angekommen habe ich spontan entschieden mit den anderen (nicht allen) nach Kalk Bay ins Restaurant zu fahren. Zuerst waren wir in einem kleinen Pub, um was zu essen. Dort hat auch gerade eine Band gespielt. War richtig cool. Danach sind wir weiter ins „Cape to Cuba“ gezogen. Es gibt ja eins auf der Long Street und das ist ein weiteres, eben direkt am Meer gelegen und voll chillig. Fand ich aber echt cool. Direkt am Anfang haben wir uns zu einer Gruppe von Coloureds gestellt und den restlichen Abend bin ich nicht mehr weg. Hatte echt ein paar gute Gespräche und am Ende hatten wir alle eine Mitfahrgelegenheit.
Am Sonntag bin ich früh morgens aufgestanden. Wollte in die Kirche gehen, was ich dann auch gemacht hab. Ich hatte mich vorab für die „All Saints Anglican Church“ – also eine anglikanische Kirche – entschieden. Dachte, dass es dort vielleicht bisschen Gospel gibt. Es gab leider nur ruhige Lieder, aber auf jeden Fall sehr schöne und ich glaub es waren Spirituals. War sehr interessant, wie so der Ablauf dort ist und die Unterschiede festzustellen. (Zum Beten konnte man sich entscheiden zwischen hinknien und stehen. Es gab irgendwie 7 Leute vorne am Altar, die durch den Gottesdienst geführt haben. Die Leute konnten während der Segnungen nach vorne gehen und für ihren Segen bitten, der dann laut vorgetragen wurde. …) Hab es verpasst, dass es für die 13-20 Jährigen während des Gottesdienstes eine so genannte JAM-Session gibt, wo scheinbar über Gott und die Welt diskutiert wird. (Also Jam-Session nicht in herkömmlichen Sinne)
Nach dem Gottesdienst bin ich über den Bäcker zurück nach Haus. Dort haben wir ein großes Frühstück mit Croissants, Brötchen, Kakao, Obstsalat, Saft, Ei, …. veranstaltet. Haben es uns also richtig gut gehen lassen. Als wir alles wieder aufgeräumt werden, sind wir auf zum Strand, denn das Wetter war hammer. So kam ich zu meinem ersten Bad im Atlantik. War voll schön und angenehm. Obwohl das Wasser doch noch recht kalt ist, aber das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Nach dem Baden hab ich noch einen schönen Strandspaziergang gemacht und irgendwann dann wieder zurück.
Das letzte Wochenende (24./25.10) verlief relativ ruhig. Freitag Abend bin ich zu Hause geblieben und war relativ früh ins Bett. Samstag wollten wir an den Strand, waren auch ganze 5 Minuten da. Aber das Wetter hat sich inzwischen wieder verschlechtert und dort es extrem gestürmt und gerade angefangen zu regnen. Also sind wir mit der Bahn wieder nach Haus gefahren. Am Abend haben wir alle zusammen einen Film („Into the wild“) geschaut. Sonntag Vormittag sind wieder zum Strand gefahren . Dort hat es wieder so gewindet, aber wir wollten auch auf einen Markt. Laura meinte, dass dort eine Art Straßenfest ist, wo u.a. Second Hand Klamotten verkauft werden. Wir haben auch einen Markt gefunden, aber leider war es der falsche. Aber war auch ganz schön, bloß halt nicht, dass, was wir erwartet hatten. Abends sind Isi, Ciri, Paul, Sonja, Hanna und Ich ins Kino. Hanna, Sonja und Ich wollten nun wirklich den Film schauen – und was passiert? Er kommt nicht mehr! War nicht so cool. Stattdessen sind wir dann in „The ugly truth“ gegangen. Typischer Mädchen-Hollywood-Film, aber gar nicht mal so schlecht. Bloß eben vom Anfang an voraussehbar.
Ansonsten ist nicht so viel passiert.
Was „Außerordentliches“ war unser Massage Workshop am letzten Freitag (23.). War ganz cool. Waren in einer kleinen Gruppe von 11 Leuten und haben uns gegenseitig unter Anleitung massiert. Eben das, was wir mit den Kindern machen sollen. War interessant und cool.
Danach waren wir am Strand und waren trotz „akuten“ Hai-Alarms im Wasser baden, aber natürlich nur im Seichten.
Aber wir haben es inzwischen eh mit kleinen Tierchen. Also Flöhe haben wir ja schon länger, aber die Mittel helfen irgendwie nicht. Dazu kamen jetzt noch Mücken. Ich kann meine Mückenstiche nicht mal mehr zählen … ;-)
Dann noch eine Maus, die uns immer mal besucht, ein Eichhörnchen, was scheinbar sehr gern Spülmittel ist und seit neustem auch noch 2 (inzwischen tote) Kakerlaken. Die Spinnen dürfen auch nicht fehlen. Zum Glück nur Kleine … Aber: Es nervt tierisch. (im wahrsten Sinne des Wortes)
So das reicht jetzt erstmal. Ich nehme mir vor, doch wieder öfters zu schreiben, sonst habt ihr so viel zu lesen. Ich versuche ein paar Fotos hochzuladen und freue mich, wie immer, über Kommentare.
Grüße aus dem warmen Kapstadt
Louise
PS: Doch noch was kleines zum Wetter hier. An sich war die letzten Wochen über Sonnenschein pur und es wurde echt warm (bestimmt so 30 ° C). Am Wochenende hat es sich dann leicht abgekühlt. In der Nacht zum Montag hat es dann total gestürmt. Es sind auch irgendwie 5 Leute umgekommen. Über den ganzen Montag und Dienstag war das Wetter dann echt komisch. Südafrika hat seinem Namen als Regenbogen-Nation aller Ehren gemacht (obwohl ich zugegebenermaßen keinen Regenbogen gesehen habe). Aber es hat die ganze Zeit über immer mal geregnet oder genieselt, aber das teilweise bei strahlendem Sonnenschein. War also echt komisch …
So nun aber wirklich …
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