Mal wieder ein kleiner Bericht.
Das erste Wochenende ist vorbei und an sich wars echt cool..
Ok Freitag Morgen begann nicht so gut, weil es mir nicht gut ging. Deswegen bin ich lieber im Bett geblieben und hab weiter geschlafen. Das hab ich auch mit kleinen Unterbrechungen (eine von 1 ½ Stunden und sonst eben kurze) bis 17 Uhr getan. Danach ging es mir schon etwas besser. Abends sollte die erste kleine „Party“ anstehen. Dafür kamen gegen 5 Uhr dann auch die ersten Gäste. Jedoch blieb es dann auch vorerst bei dieser chilligen Runde zu 12. Später, so gegen halb 10, kam dann Rhondas (Koordinatorin) Sohn mit ein paar Freunden und wenig später die „Plumsteader“. Die Plumsteader sind diejenigen von uns, die in Plumstead wohnen, es gibt dann noch ein weiteres Haus in Lake Side und wir in Diep River. Die Runde war also etwas vergrößert. Leider herrschte ein kleiner Stuhlmangel, da aber doch der ein oder andere Raucher unter den Leute war, war eine Gruppe draußen und die andere hatte es sich auf Sofa und Boden gemütlich gemacht. Irgendwann um 12 oder 1 kamen Marlons und Mareike. Die beiden waren auch auf meinem Vorbereitungseminar und sind hier in dem Projekt „Baphumelele Children´s Home“ – einem Waisenhaus mitten im Township. Dort wohnen sie auch. Eigentlich war es anfangs vom CCE auch so angedacht, dass wir auch im Township wohnen. Verteilt auf 6 Häuser auf einer Straße, jedoch hat das BMZ dagegen gestreikt und gemeint, dass es zu unsichre wäre. Der Unterschied von den Häusern zu Bap wäre gewesen, dass Bap überwacht wird und eine kleine Mauer und Sicherheitskameras hat. So wohnen wir eben in den 3 Häusern in einer sicheren Gegend. Jedenfalls haben die beiden bisschen was über das Leben im Township erzählt. Ich bin echt gespannt wie es dann bei uns sein wird. Auf jeden Fall war es schon sehr interessant.
Da der Abend doch etwas länger wurde, haben wir Samstag dann ausgeschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bin ich mit 3 Mädels aus meinem Haus nach Kapstadt City rein gefahren. Schon wenn man aus dem Bahnhof rauskommt, erwartet einen der erste große Markt. Überall laufen Leute rum und man muss echt aufpassen. Wir sind kurz etwas über den Markt geschlendert und dann weiter gegangen. Die anderen brauchten noch eine SIM-Karte, da ihr Handy die, die ich habe, nicht akzeptiert hatte. Bis heute Mittag hatten sie aber noch keine. Die Läden hier schließen alle echt früh, so das der Laden, wo sie rein wollten, nicht mehr offen hatte. (3 Uhr am Samstag Nachmittag in einer Großstadt..) Während wir die Long Street (eine der bekanntesten Straßen hier besonders fürs Nachtleben) lang sind, sind wir in den ein oder anderen Afrika Laden rein. Einer war richtig geil. Ein Laden über 3 Etagen voll mit afrikanischen Sachen (Trommeln, sehr viele andere Musik Instrumente, Tücher, Kleider, Wandgehänge,….). Alles war zwar erstmal relativ teuer (für die Verhältnisse hier), aber man kann ja alles runter handeln. Aber insgesamt ist es hier gar nicht so billig wie gedacht. Auch beim normalen Einkauf bezahle ich genauso viel oder gar noch mehr als in Deutschland. Besondern Milchprodukte sind teuer und die brauch man nun mal.
Wir sind noch ein bisschen weiter durch die Stadt geschlendert. Es gibt extrem viele Shoppingcenters hier, eines davon heißt lustigerweise „Waldorf-Arkaden“. Ebenso haben wir die deutsche Buchhandlung entdeckt, die aber leider da zu hatte.
Die Stadt an sich ist sehr lebendig, multi-kulti, aber eben auch gefährlich, aber vom Stadtbild größtenteils hässlich. Die Leute sind bisher aber eigentlich alle sehr nett gewesen. Würde man in Deutschland nach dem Weg fragen, käme meistens mürrisch eine Antwort zurück oder gar nichts, hier wird man direkt dahin geführt.
Der Rückweg zum Bahnhof gestaltete sich dann schwieriger als gedacht. Wir standen auf einmal an einem riesigen Busbahnhof voller Kombis (so eine Art Van, die hier als Busse und Taxen rumfahren) und hatten keine Ahnung wo der Zug fuhr. Aber mir fragen kamen wir dann weiter.
Den Samstagabend haben wir größtenteils zu Hause verbracht. 3 von uns waren in Kapstadt Party machen, wir anderen hatten sehr viel Spaß zu Hause. Zuerst haben wir den Film „Entgleist“ geschaut. Ein an sich echt guter Film, teilweise bisschen komisch und zuerst unschlüssig, aber echt gut gemacht. Anschließend gab es noch ein paar lustige Gespräche und gegen 3 ging es ab ins Bett.
Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. So kamen wir in dem Genuss eines Frühstücks draußen – und das mitten im Winter. In der Sonne wars auch wirklich warm, aber im Schatten doch noch ziemlich kalt. Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es dann an den Strand. Die große Gruppe spaltete sich, da die erste Gruppe ihre Sachen nach Lake Side bringen musste (Sie sollten die Nacht dort verbringen da Montag erstmal nur die, die in der Schule arbeiten, arbeiten gehen konnten und wir anderen noch frei hatten. Da in Lake Side die meisten von den „Schulleuten“ wohnen, hieß das, dass die anderen 4 dahin mussten), die nächste Gruppe entschied sich für einen kleinen Wanderausflug zum Berg (bei der Hälfte war Schluss, weil ihnen über 2m hohe Büsche den Weg versperrten), so kamen wir dann noch zu 5 in Muizenberg an.
Sobald man aus der Bahn aussteigt, empfängt einen das Meer. Schon allein der Anblick ist richtig geil Auf der einen Seite alles Berge (schön grün, richtig toll) und vor einem der Atlantik (Ich gebe zu .. ich musste das nach schauen .. Ich dachte ja dass es schon der indische Ozean ist, aber der fängt erst später an). Der Strand gilt als einer DER Surf-Strände hier. Dementsprechend hoch waren die Wellen. Wenn man dann schon mal die Gelegenheit dazu hat, dachte ich mir meine Füße doch mal ins Wasser zu halten. Es endete bei mir mit einer nassen Hose bis zu den Oberschenkeln. Auf dem Rückweg, als die Hose dann fast trocken war, passierte ähnliches nochmals (diesmal war die Hose nur bis zu den Knien nass). Aber trotzdem ein tolles Gefühl.
Nach dem kleinen Spaziergang und einem kleinen Snack wurde die Gruppe wieder zusammengeführt und gemeinschaftlich entschlossen wir uns das Haus in Lake Side mal anzuschauen. In Plumstead waren wir letzte Woche schon mal und wir wollten eben alle 3 Häuser kennenlernen. Das Haus ist echt schön, im Sommer toll weil es relativ strandnah ist und insgesamt halt gemütlich.
Danach ging es nach Hause. Ich war mit Kochen dran, aber eigentlich war es eine Gemeinschaftsleitung. Ich habe mich um das Kartoffelpüree und Spiegelei gekümmert, die nächste um den Spinat, die nächste um Rührei und der letzte um das Steak. (Wir hatten gerade frisches Fleisch bekommen, deswegen musste das einfach sein..). Danach gab es einen ruhigen und chilligen Abend in Originalbesetzung (6 Mädels und ein Junge. Natürlich waren wir aber ganz nett. Als Paul geschlafen hat, haben 3 von uns ihn nur bisschen Nagellack drauf gemacht. Leider ist er davon aufgewacht … Aber war sehr lustig.
Der Montagmorgen begann genauso spät wie die letzten Tage. Paul, Sonja, Isi, Ciri und Ich wollten noch mal nach Kapstadt fahren, was wir dann so gegen 1 gemacht haben. Wieder die Long Street lang gelaufen und dann erstmal was essen gegangen. Wir waren in einem kleinen Restaurant mit Balkon, von wo wir aus die Long Street beobachten konnten – auch genial. Im inneren des Restaurants war gerade irgend so ein Maler zugange. Die Bilder sahen echt cool aus, waren aber auch bisschen teuer. Nach dem Snack haben wir uns erstmal aufgeteilt und ich bin mit Paul in ein paar Läden rein. Beim Green Market haben wir uns dann alle wieder getroffen. Erstmal ging es dann in die Deutsche Buchhandlung (Ich wollte eine deutsche Tageszeitung haben um zu wissen, was bei euch so abgeht.) Da es die SZ (Sächsische Zeitung) hier komischerweise nicht gibt, haben ich mich letztlich für die Süddeutsche entschieden. (Es gab sonst noch die Zeit und die FAZ … und halt Zeitschriften etc). Aber die Zeitung hat 48 Rand - also ca. 4,50 Euro gekostet. War dafür aber wenigstens aktuell. Danach sind wir noch zu V&A Waterfront gegangen. Da wir nicht mehr so viel Zeit hatten, ging es nur kurz zur Mall und wir haben uns ein bisschen umgeschaut. Aber auch sehr cool. Der Blik auf die Schiffe und im Hintergrund Berge (und ich glaube Robben Island). Auf dem Rückweg kam uns auf einmal ein Mann entgegen und ging Paul an, um ihn wegen Geld zu bitten. Da wir noch einen Apfel dabei hatten, haben wir ihm den gegeben und er ist weg. Als wir weiter gegangen sind, kam uns wiederum ein Mann entgegen. Wieder direkt aus Paul zu, aber wir sind trotzdem langsam weiter gegangen. Aber irgendwie haben wir ihn los bekommen. Paul meinte bloß danach, dass der Mann ihm irgendwie ein Messer gezeigt hätte, das aber gerade eingesteckt hat. Weiter Richtung Bahnhof – passierte erstmal nichts weiter. Im Bahnhof angekommen nach dem Gleis geschaut. Wir sollten auf die 4. Dort „empfing“ uns wieder irgend so ein Typ, der uns penetrant verfolgte. Zuerst haben wir es mit einer Banane versucht, aber er wollte eben Geld und meinte, dass er auch noch mit in den Zug kommen würde. Also haben wir ihm 5 Rand gegeben (~50 Cent) und er ist weg. Auf einmal ging die Anzeige für unseren Zug aus. Also wir uns umgeschaut und auf Gleis 6 den Ort, wo wir hin mussten gelesen – hingerannt (es war noch eine Minute bis der Zug hätte kommen sollen) und gesehen, dass es der falsche Zug war. Dann hat uns irgend so eine Frau zu einem anderen Zug gewunken auf Plattform 1. Wir wieder hingerannt und glücklicherweise war es dann auch der richtige Zug. Nach der Zugfahrt kurz nach Hause, irgendwann Essen und danach haben wir noch gespielt. (Nacht im Wald oder auch Werwolf) War auch lustig.
Heute Morgen sind wir dann um kurz vor 8 aufgestanden, da wir um 9 beim Centre sein sollten, da es theoretisch (endlich) der erste Arbeitstag sein sollte. Wir waren alle pünktlich, als die Meldung kam, dass der Bus noch keine Versicherung hat und wir wieder frei haben. Ein bisschen angekotzt hat uns das schon. Erstens frühes Aufstehen für nix und zweitens wollen wir alle jetzt endlich arbeiten, auch wenn wir dann sicherlich noch genug können dieses Jahr. Nach einer kurzen pause, sind Rhonda, ich und jeweils einer von den anderen beiden Häusern schnell was einkaufen gefahren und jetzt sitzen wir hier und uns ist langweilig. Mal sehen was heute noch so abgeht. Hoffentlich geht aber Morgen dann endlich die Arbeit los. Wir lernen hier eben die richtige südafrikanische Kultur kennen – da heißt es nun mal Geduld haben.
So mal sehen wann ich denn dann auch was von meiner Arbeit berichten kann. Bis dahin .. habt Spaß im warmen Deutschland. Bei uns ist es die letzte 3 Tage zwar auch warm gewesen, aber wir wurden schon vorgewarnt, dass es morgen wieder richtig kalt und regnerisch werden soll. Wir werden sehen.
Hamba kakuhle!
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Ujujuj, das ist ja ein richtiger Roman, den du da verfasst hast =)
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